Querschnittsthemen

Die sechs Querschnittsthemen ergänzen die Arbeit der Themenboards der Zukunftskonferenz.NRW und schaffen Verbindungen zwischen den einzelnen Transformationsbereichen.

Sie eröffnen neue Perspektiven auf nachhaltige Transformation, machen Wechselwirkungen zwischen technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen sichtbar und helfen dabei, Zielkonflikte frühzeitig zu erkennen und zu moderieren. Als gemeinsamer Reflexionsrahmen unterstützen sie die Entwicklung systemischer Lösungen für eine nachhaltige Zukunft Nordrhein-Westfalens.

Finanzierung (Nachhaltigkeits- & Wissenschafts-)Kommunikation Fachkräfte(-ausbildung) Nachhaltige Innovationen Integrierte Sicherheit und Resilienz Digitalisierung & Künstliche Intelligenz Querschnittsthemen derZukunftskonferenz.NRW

Nachhaltige Innovationen

Nachhaltige Innovationen schaffen einen wirtschaftlichen Mehrwert, lösen konkrete Probleme einzelner Menschen, Unternehmen oder der Gesellschaft und leisten gleichzeitig einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Sie sind deshalb ein zentraler Motor für strukturellen Wandel.

NRW verfügt über eine starke Forschungslandschaft und eine vielfältige Wirtschaftsstruktur, die gute Voraussetzungen für innovationsgetriebene Transformation bieten. Start-Ups und innovative Unternehmen fungieren dabei als Impulsgeber für nachhaltige Transformation, indem sie bestehende Märkte verändern und neue Wertschöpfungsketten etablieren.

Die Förderung nachhaltiger Innovationen trägt deshalb nicht nur zur Sicherung des Wohlstands sowie zur Erreichung der Klimaziele bei, sondern stärkt auch die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts NRW. Entscheidend ist dabei die enge Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft, Förderinstitutionen und Politik.

 

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

Digitalisierung und KI sind Schlüsseltechnologien für die nachhaltige Transformation. Sie eröffnen neue Partizipationsmöglichkeiten und ermöglichen Effizienzsteigerungen, neue Geschäftsmodelle und datenbasierte Steuerungssysteme.

In der Industrie können computergestützte Simulationen, automatisierte Prozesse und intelligente Steuerungen Ressourcenverbrauch und Emissionen erheblich reduzieren. In der Energieversorgung unterstützen digitale Technologien die Integration erneuerbarer Energien und die Stabilität der Netze. Auch im urbanen Raum – etwa bei Mobilität oder Gebäudemanagement – schaffen datenbasierte Lösungen neue Möglichkeiten für nachhaltige Entwicklung.

Gleichzeitig wirft die Digitalisierung selbst Nachhaltigkeitsfragen auf, etwa hinsichtlich Energieverbrauch von Rechenzentren, Datensouveränität oder wenn es um die Gefährdung demokratischer Strukturen durch Fake News geht. Eine verantwortungsvolle Gestaltung digitaler Technologien ist daher integraler Bestandteil jedes Transformationsprozesses.

 

Integrierte Sicherheit und Resilienz

Transformation muss verlässlich und resilient gestaltet werden. Der Ansatz der integrierten Sicherheit vereint alle Aspekte, die für den Schutz, die Lebens- sowie Zukunftsfähigkeit eines Staates oder einer Gesellschaft von Bedeutung sind – von Rohstoff- und Energieversorgungssicherheit, der Absicherung kritischer Infrastrukturen, über Anlagen- und Cybersicherheit bis hin zum Schutz vor Naturkatastrophen oder extremistischen Bedrohungen.

Sicherheit ist somit in allen Forschungs- und Politikbereichen integrativ mitzudenken: Jeder Bereich kann zur Verbesserung der gesellschaftlichen Sicherheit beitragen.

Mit dem Klimawandel, dem Umbau der Energiesysteme, der Einführung neuer Technologien und der zunehmenden Digitalisierung steigen die Anforderungen an Sicherheitskonzepte. Versorgungsengpässe, Cyberrisiken oder Störungen komplexer Systeme können erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben.

Ein integrierter Sicherheitsansatz berücksichtigt gleichermaßen technische, gesellschaftliche, organisatorische und regulatorische Aspekte. Er gewährleistet, dass Innovation und Wandel nicht zu Lasten von Stabilität und Vertrauen gehen, sondern langfristig abgesichert sind. Zugleich verhindert er, dass Verbesserungen der Sicherheitslage an einer Stelle zu einer Verschlechterung an anderer Stelle führen.

 

Fachkräfte(-ausbildung)

Transformation erfordert qualifizierte Fachkräfte, Anpassungsfähigkeit und kontinuierliche Kompetenzentwicklung. Hochwertige Aus- und Weiterbildung bilden die zentralen Voraussetzungen für eine resiliente Gesellschaft, indem sie Menschen befähigen, den technologischen, ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel aktiv mitzugestalten sowie sich neue berufliche Perspektiven zu erschließen.

Nachhaltige Transformation kann nur gelingen, wenn ausreichend qualifizierte Fachkräfte über das erforderliche Wissen sowie die notwendigen Kompetenzen verfügen. Zugleich sichern qualifizierte Fachkräfte die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsfähigkeit von Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Indem Unternehmen ihre Beschäftigten beim Erwerb neuer sowie der Weiterentwicklung bestehender Fähigkeiten unterstützen, beugen sie zugleich Fachkräfteengpässe vor und tragen so zur langfristigen Sicherung ihrer Innovationsfähigkeit bei.

Gleichzeitig erhöhen sie die Anpassungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts und der ansässigen Unternehmen gegenüber technologischen und ökologischen Veränderungen.

 

Finanzierung (Finance for Sustainability)

Nachhaltige Finanzpolitik geht über die Einhaltung fiskalischer Regeln hinaus. Sie setzt verfügbare Mittel wirkungs- und zukunftsorientiert ein und lenkt Finanzströme gezielt in Transformationsmaßnahmen. Sustainable Finance unterstützt diesen Ansatz, indem ökologische und soziale Kriterien konsequent in Investitionsentscheidungen und Risikoabwägungen einfließen.

  • Transformationskapital aus der Nachhaltigkeitsanleihe NRW gewährleistet eine günstige Refinanzierung für den Umbau von Industrie, Energieversorgung und Infrastruktur. Zudem sichern Zuschüsse aus Förderprogrammen die Finanzierbarkeit langfristiger Zukunftsprojekte.
  • ESG-Kriterien machen ökologische und soziale Risiken in Unternehmen transparent und bewertbar. Sie sind für Banken und institutionelle Investoren ein wichtiger Maßstab bei Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen und verhindern Fehlinvestitionen in nicht zukunftsfähige Technologien.

Der Zugang zu Transformationskapital und finanzielle Planungssicherheit sind sowohl für Kommunen als auch für die Unternehmen in NRW von zentraler Bedeutung. Eine nachhaltige Finanzpolitik mit innovativen Finanzinstrumenten trägt dazu bei, den Wirtschaftsstandort NRW für internationale Investoren attraktiv zu halten und den Kapitalbedarf der Transformation lokal zu sichern. Gleichzeitig achtet sie darauf, gezielt Maßnahmen zu fördern, für die ein echter Bedarf besteht und die sich somit langfristig selbst tragen.

 

(Nachhaltigkeits- und Wissenschafts-)kommunikation

Transformation erfordert gesellschaftliche Akzeptanz, Beteiligung und informierte Entscheidungen. Nachhaltigkeits- und Wissenschaftskommunikation schaffen die Grundlage dafür, indem sie komplexe Zusammenhänge verständlich machen und den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fördern:

  • Nachhaltigkeitskommunikation macht Ziel-konflikte sichtbar und zeigt konkrete Handlungsoptionen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf. Indem sie Nutzen und Notwendigkeit von Veränderungen erläutert, stärkt sie gesellschaftliche Akzeptanz und Beteiligung.
  • Wissenschaftskommunikation macht komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich und übersetzt sie in belastbare Entscheidungsgrundlagen. Auf diese Weise stärkt sie evidenzbasierte Entscheidungsprozesse.

Gemeinsam Transformation gestalten

Die sechs Querschnittsthemen verbinden die Arbeit aller Themenboards der Zukunftskonferenz.NRW. Sie machen Wechselwirkungen sichtbar, fördern den Austausch zwischen unterschiedlichen Perspektiven und helfen dabei, nachhaltige Transformation ganzheitlich zu denken. Gemeinsam bilden sie die strategischen Hebel für ein resilientes, innovatives und zukunftsfähiges Nordrhein-Westfalen.